Was bei Autos schon seit Jahren erfolgreich funktioniert, ist natürlich auch bei den 2-Rädrigen Modellen prinzipiell möglich – das Fahren mit Autogas als günstige alternative. Wer sich allerdings jetzt mit den Stichwörtern „Autogas Roller und Autogas Motorrad“ bei Google auf die Suche nach geeigneten Modellen macht, wird wohl enttäuscht über das kaum vorhandene Angebot sein.

BMW C1 mit Autogasantrieb

Die meisten Suchergebnisse bei Google rund um das günstige und umweltfreundliche Fahren mit Autogas bei 2-Rädern sind aus den Boom-Jahren 2005 und 2008. So stiegen die Zulassungszahlen bei den Pkws mit LPG-Antrieb in diesen beiden Jahren noch exponentiell (freies Wachstum) an. Gründe hierfür waren vor allem die deutlich günstigeren Gaspreise sowie der kaum gesättigte Markt. Zu dieser Zeit haben sich auch einige Autogasumrüster und Importeure wie zum Beispiel Vogels Autogassysteme auf die Nachrüstung bei Rollern und Motorrädern spezialisiert. Seinerzeit wurde zum Beispiel der BMW C1 erfolgreich auch mit Gasantrieb angeboten.

Import von Autogasrollern

Die ASC Group aus Altenkirchen hatte 2008 sogar seinen Schwerpunkt auf den Import von China-Rollern mit Gasantrieb gelegt. Die Autogasroller von Benzhou waren zu dieser Zeit sogar so beliebt, dass diese mit Containern nach Altenkirchen geliefert wurden. Doch wirklich durchgesetzt haben sich diese Roller scheinbar trotzdem nicht.

Zur Technik

Gasroller sind in der Regel mit einem kleinen Gastank von rund 5 Liter Füllvolumen ausgestattet. Dieser wird gemeinsam mit einem Verdampfer-Druckregler im Helmfach verbaut. Andere mögliche Plätze für den Einbau der Technik sind gerade bei Motorrädern das TopCase. Da hier mehr Platz ist, fassen die dort eingebauten Autogastanks rund 8 Liter Flüssiggas.

Technologisch gesehen unterscheiden sich Autogasanlagen in einem Roller oder Motorrad nicht von den 4-Rädrigen Gasfahrzeugen. Prinzipiell können allerdings nur Modelle mit Getrenntschmierung (also 4-Takt-Motoren) auf den Autogasbetrieb aufgerüstet werden.

1 Euro pro 100 Kilometer

Vor allem in den Niederlanden war das Gastanken in früheren Jahren besonders günstig. Preise von 0,299 € pro Liter waren vor 5 und mehr Jahren keine Seltenheit. So konnte man, mit einem entsprechen Autogasroller oder Autogasmotorrad, je nach Verbrauch und Fahrweise, schon für 1 Euro eine Fahrstrecke von 100 Kilometer zurückzulegen. Kein Wunder also, das die Autogas-Nachfrage auch bei den 2-Rädern zu dieser Zeit da war.

Gasantrieb zurzeit einfach nicht gefragt

Was vor einigen Jahren noch auf zahlreichen Messen wie zum Beispiel der AMI in Leipzig vorgestellt wurde, hat sich allerdings einfach nicht durchgesetzt. Wer heute beispielsweise bei https://www.autoscout24.de/motorrad die Suche nach Motorrädern auf die Kraftstoffart „Gas“ einschränkt, wird kaum bis gar nicht fündig.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. So ist Flüssiggas als Kraftstoff sowohl in den Niederlanden als auch hierzulande deutlich teurer geworden. Hinzu kommen diverse Gründe wie fehlerhafte Einbauten und die Gasunverträglichkeit einiger Motoren. Auch ist der Markt für gasbetriebene Fahrzeuge derzeit scheinbar gesättigt und stagniert bei etwas über 500.000 angemeldeten Fahrzeugen mit Autogasantrieb.