Wenn Sie bisher noch nichts von einer neuen Betrugsmasche gehört haben, die sich auf Autokennzeichen bezieht, dann sollten Sie sich darüber dringend informieren. Hier erfahren Sie, wie die Betrüger vorgehen, welche Ziele diese verfolgen und natürlich, wie sich Verbraucher schützen können. Generell sollte Sie vorsichtig sein, wenn Sie ein Auto von privat an privat verkaufen wollen. Gerade in diesem Bereich lauern viele Betrüger darauf, dass Sie unachtsam sind oder allzu gutgläubig vorgehen.



Das Problem mit dem Einstellen von Fotos im Internet

Wer ein Auto verkaufen möchte, der verfasst eine genau Beschreibung mit allen wichtigen Daten wie dem Kilometerstand, dem Baujahr, dem Modell und vielen weiteren Informationen, welche potenzielle Käufer vielleicht interessieren könnten. Nicht zu unterschätzen ist auch der positive Effekt, welchen ansprechende Bilder des Wagens auf Interessenten haben. Genau deshalb verzichtet kaum ein Verkäufer darauf, dass Auto von vorne, von hinten und von den Seiten abzulichten und die Fotos der Beschreibung beizufügen.

Nicht nur das Auto selbst kann durch die Bilder von Fremden genau begutachtet werden, sondern auch das Nummernschild und die entsprechende Halterung. Potenzielle Betrüger sehen sogar, ob Sie den Nummernschildhalter bedrucken lassen oder nicht. Solch kleine Details sind - je nach Auflösung und Größe des Fotos - erkennbar. Das Problem an der Sache: Betrüger sehen auch das aktuelle Kennzeichen. Meistens ist es ein Leichtes, dieses genau zu lesen und die Daten auf diesem Wege zu stehlen.

Das machen die Betrüger mit den geklauten Daten

Betrüger haben es darauf abgesehen, den Verkäufer zu kontaktieren und sich ihm gegenüber als potenzieller Käufer auszugeben. Natürlich haben diese Menschen in Wirklichkeit überhaupt nicht vor, auch nur einen Cent für den Wagen zu bezahlen. Stattdessen geht es ihnen nur darum, während des Gesprächs am Telefon oder per E-Mail in Erfahrung zu bringen, wie der Name des aktuellen Fahrzeughalters lautet und wo er wohnt. Auch die Versicherungsart werden die Betrüger erfragen.

Wenn Sie sich jetzt immer noch fragen, was die Betrüger damit erreichen wollen, dann kommt hier die Auflösung: Mit den geklauten Daten werden Rechnungen ausgestellt, welche an die Versicherung geschickt werden. Hier wird behauptet, dass es zu einem Glasschaden gekommen sei. Natürlich wollen die Betrüger mit dieser Behauptung erreichen, dass der Versicherer den Schaden begleicht und das Geld an ihr eigenes Konto überweist.

Das soeben beschriebene Vorgehen fällt oft deshalb nicht auf, weil das Auto meistens eine Kaskoversicherung hat und daher der Besitzer nicht noch einmal separat kontaktiert oder zur Kasse geboten wird. Ans Licht kommt der Betrug meistens dann, wenn es tatsächlich einmal zu einem Schaden an den Scheiben kommt und sich der echte Halter des Wagens an seine Versicherung wendet.

So können Sie einen Betrug in der Praxis vermeiden

Effektiv schützen können Sie sich im Prinzip nur, indem Sie ein Auto so fotografieren, dass das Kennzeichen nicht erkannt werden kann. Das klappt am einfachsten, indem Sie die Bilder mit einem entsprechenden Programm für die Bildbearbeitung verändern. Inzwischen gibt es auch Apps, die es ermöglichen, einzelne Stellen auf einem Bild unkenntlich zu machen. Hier können Sie entweder schwarze Balken nutzen oder den Bereich stark verschwimmen lassen. Sollte es Ihnen aus technischen Gründen nicht möglich sein, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, so können Sie das Kennzeichen auch schon vor dem Fotografieren abdecken. Hängen Sie ein Stück Stoff über das Kennzeichen oder fotografieren Sie den Wagen so, dass dieser Teil gar nicht mit im Bild ist.

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