Erdgas ist umweltfreundlich und preisgünstig. Konkurrenzlos günstig fährt, wer sein Auto mit Erdgas betreibt. Die laufenden Kosten sind erheblich niedriger, als beim Tanken von konventionellen Kraftstoffen. In München zum Beispiel lagen die Spritpreise für Super E10 Mitte Januar bei 1,22 Euro pro Liter. Das Kilogramm Erdgas kostete zur selben Zeit rund 1 Euro. Das ist ein satter Preisunterschied, der sich schon bald in der Haushaltskasse bemerkbar macht.


Der Umbau eines konventionellen Fahrzeugs auf Erdgasantrieb bedeutet zunächst einmal ein finanzieller Kraftakt. Wann sich der Umbau lohnt, wie er funktioniert und ob die Anschaffung eines gebrauchten oder neuen Erdgas-Fahrzeugs nicht die bessere Alternative ist, damit beschäftigt sich dieser Bericht.


Hohes Sparpotenzial beim Umrüsten

Erdgas ist ein sehr günstiger Kraftstoff, gut für die Umwelt ist er ohnehin. Meistens kostet er weniger als ein Euro pro Kilogramm. Ein Kilogramm Erdgas lässt ein Fahrzeug aber erheblich weiter fahren, als ein Liter Benzin. Insofern dürfen Verbraucher die Kilogramm-Preise nicht direkt mit den Literpreisen der konventionellen Kraftstoffe vergleichen. Vielmehr ist ein Bonus hinzuzurechnen.

Als Faustformel lässt sich sagen, dass die Reichweite von 1 kg Erdgas (H-Gas) das 1,5-fache eines konventionellen Kraftstoffs wie Super E 10 beträgt. Dieser günstige Preis kommt zustande, weil die Bundesregierung bestimmte Energieziele verfolgt. Bis zum Ende des Jahres 2018 wird es per Gesetz so sein, dass erdgasbetriebene Autos aufgrund ihres geringen CO2-Ausstoßes günstiger tanken und günstiger versichert werden können. In manchen Bundesländern profitieren Halter von Gasfahrzeugen von Tankgutscheinen oder Zuschüssen für die Umrüstung. Ausgereicht werden diese Vergünstigungen in der Regel von den ansässigen Gasversorgungsunternehmen. Außerdem werden noch bis Ende 2018 Erdgas-Autos steuerlich begünstigt.


Wann lohnt sich ein Umbau auf Erdgas-Antrieb

Ein Rechenexempel zeigt, dass ein Kfz eine Mindeststrecke von 15.000 km - 20.000 km jährlich zurücklegen muss, damit sich das Umrüsten wirklich rechnet. Denn die Investition in eine Erdgasanlage liegt in Abhängigkeit von der gewählten Werkstatt und vom Automodell zwischen 2.800 Euro und 5.000 Euro. Das Einbauen darf ausschließlich von Fachbetrieben übernommen werden, die eine entsprechende Zertifizierung vorweisen können. Die Zertifizierung drückt sich in einem blau-weißen Meisterschild mit dem Hinweis „Anerkannter Betrieb für Gasanlagenprüfung (GAP)“ bzw. „Anerkannter Betrieb für Gassystemprüfung (GSP)“ aus.


In jedem Fall lohnt es sich, genau nachzurechnen, wann sich eine Investition amortisiert, bevor der Umbau in Auftrag gegeben wird. Wer sich Sorgen um seine Sicherheit macht, dem sei gesagt, dass Gasautos in Crashtests ähnlich gut abschneiden, wie Fahrzeuge mit konventionellen Treibstoffen.

Alte Fahrzeuge, deren Restlebensdauer nur noch wenige Jahre beträgt, sollten nicht mehr mit einem Gasantrieb ausgestattet werden. Zu groß ist die Gefahr, dass das Fahrzeug ausfällt, bevor sich die Investition rechnet. Um bei unserem eingangs erwähnten Münchener Beispiel zu bleiben: Einen fairen Preis bekommen Münchener Autobesitzer, wenn sie ihr Fahrzeug vorab reell bewerten lassen. Mit einer solchen Expertise gelingt es, das Auto in München zu verkaufen. Mit dem eingenommenen Geld lässt sich der Ankauf eines Autogas-Fahrzeugs besser realisieren.


Umrüsten auf Erdgas – so läuft es ab

Nach dem Umrüsten ist das Fahrzeug mit zwei Antrieben (bivalent) ausgestattet. Es kann also mit Erdgas und mit Benzin fahren. Die Kombination beider Antriebsarten erhöht die Reichweite. Den Umbau selbst sollte eine Fachwerkstatt übernehmen, die eine EU-weite Zulassung vorweisen kann. Andernfalls besteht die Gefahr, dass ein Fehler beim Umbau geschieht. Weiterhin erfolgt nach dem Einbau noch die Abnahme durch einen Sachverständigen und anschließende Eintragung in die Fahrzeugpapiere.