Wer mit Autogas oder Erdgas fährt, spart schon einmal richtig beim Tanken, denn die Kraftstoffe LPG und CNG sind wesentlich günstiger als Benzin oder Diesel. Allerdings sind die Fahrzeuge in der Anschaffung teurer als die Modelle mit konventionellen Motoren. Die Frage ist: Gibt es neben den günstigeren Kraftstoffpreisen noch weitere Sparmöglichkeiten, z.B. durch Steuervergünstigungen und Rabatte bei der Versicherung?



Sparen bei Kfz-Steuern und der Versicherung?

Gasantriebe produzieren weniger CO2-Emissionen. Derart umweltfreundliche Antriebe sind heute dringend erforderlich. Dennoch profitieren sie nicht von einer niedrigeren Kfz-Steuer. Denn Gasautos produzieren im Benzinbetrieb ebenso Emissionen wie konventionelle Fahrzeuge, und das ist der entscheidende Punkt: Die CO2-Emission im Benzinbetrieb. Für die Ermittlung des Steuerbetrages bildet der höchstmögliche Schadstoffausstoßwert die Grundlage.

Bei der Berechnung des Kfz-Versicherungsbeitrags spielt es ebenfalls keine Rolle, welchen Antrieb das Fahrzeug hat. Es ergeben sich in der Regel weder bei der Haftpflichtversicherung noch bei der Voll- oder Teilkaskoversicherung Vorteile. Auch die Zulassung erfolgt wie gewohnt bei einem Kraftfahrzeug unter Vorlage der notwendigen Unterlagen - wie Fahrzeugbrief, Personalausweis und Deckungsnachweis durch die Versicherung. Die EVB-Nummer für den Deckungsnachweis können Fahrzeughalter kostenfrei und ganz einfach bei ihrer Versicherung meist auch online beantragen.

Günstigere Energiesteuer

Beim Tanken jedoch merken Fahrer eines Gasautos sehr wohl den preislichen Unterschied. Von Ende 2018 bis 2023 erhöht sich der Steuersatz für LPG. Beim CNG bleibt die Steuer bis Ende 2023 unverändert. Danach erfolgt eine stufenweise Erhöhung bis zum Jahr 2027. Diese Steuersätze sind gegenüber der Energiesteuer vergleichsweise günstig. Auf Dieselkraftstoff entfällt ein Steueranteil von 47,04 Cent pro Liter und auf Benzinkraftstoff kommen sogar 65,45 Cent pro Liter hinzu. Die Verlängerung der Steuerbegünstigung für Autogas und Erdgas hat der Bundestag 2017 beschlossen. Der Beschluss kann auf der Seite des Bundestages eingesehen werden.

Dadurch günstigere Kraftstoffpreise

Autofahrer, die Gas tanken, freuen sich jedes Mal, wenn sie zur Tankstelle fahren. Während Benzinkraftstoff im September 2018 circa 1,50 Euro pro Liter und der Dieselkraftstoff 1,30 Euro pro Liter gekostet hat, bezahlten Autogasfahrer lediglich 0,65 Cent pro Liter. Je nach Gasanlage und verwendetem Kraftstoff – LPG hat einen geringeren Energiegehalt als CNG – entsteht ein Kostenvorteil von 10 bis zu 30 Prozent.

Was kostet die Umrüstung?

Wer seinen Gebrauchten von Diesel oder Benzin auf LPG- oder CNG-Betrieb umstellen möchte, muss mit Kosten zwischen 1.800 Euro bis zu 4.800 Euro rechnen. Faktoren wie das vorhandene Automodell, die gewünschte Gasanlage oder die Werkstatt beeinflussen diese Kosten. Beispielsweise sind die CNG-Druckbehälter wesentlich voluminöser, sodass die Nachrüstung dadurch um einiges teurer wird. Für einige Autofahrer lohnt sich die Umrüstung mehr als für andere. Hier gilt es, genau zu kalkulieren.

Wie sehen die Mehrkosten für einen Neuwagen aus?

Es gibt einige Automobilhersteller, die Modelle mit Gasanlage ab Werk anbieten. Dabei beträgt der Aufpreis für die Gasanlage zwischen 1.000 Euro und 3.000 Euro. Wer sich ein Auto mit einer CNG-Anlage anschafft, muss mit höheren Mehrkosten rechnen. Sie liegen zwischen 2.000 Euro und 6.000 Euro. Die Gasanlage ab Werk hat gegenüber der Nachrüstung einen wesentlichen Vorteil: Der Hersteller gibt uneingeschränkte Garantie auf den Neuwagen, also auch auf die Gasanlage.

Beides hat seine Vor- und seine Nachteile

Beide Gasantriebe können gegenüber den konventionellen Benzin- oder Dieselfahrzeugen punkten, da der Kraftstoff deutlich günstiger ist. Dies zeigt sich im Betrieb direkt bei den laufenden Kosten. Allerdings können die Halter von Gasfahrzeugen nicht von ihren umweltfreundlicheren Automobilen profitieren, wenn es um Steuern und die Versicherung geht. Hier zahlen sie ganz normale Tarife. Außerdem entstehen für die Fahrer von Gasfahrzeugen bei der Wartung oder der Hauptuntersuchung häufig zusätzliche Kosten. So muss beispielsweise bei der Hauptuntersuchung eine zusätzliche Gas-Anlagen-Prüfung (GAP) vorgenommen werden, die Extrakosten verursacht. Weitere Informationen zur GAP, z.B. was nach einer Reparatur oder einem Unfall zu tun ist, sind bei der Dekra zu finden.

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