Jahr für Jahr kürt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Top Ten der umweltfreundlichsten Fahrzeuge. An erster Stelle stehen dabei Hybrid Autos sowie Gasfahrzeuge. Über die Jahre hat sich der CO2-Ausstoß reduziert und die Hersteller haben ihr Augenmerk mehr und mehr auf den Komfort für die Fahrzeuginsassen gelegt. Zu den Top-Autos der Jahre 2014/2015 zählen unter anderem die Erdgas-Drillinge VW eco-up!, Seat Mii Ecofuel und Skoda Citigo CNG Green tec. Viele Besitzer von Erdgasfahrzeugen legen zwar großen Wert auf Umweltfreundlichkeit und Sparsamkeit, dennoch möchten nicht alle auf sportliche Fahrweise verzichten. Immer mehr Fahrzeughalter tendieren deshalb dazu, entweder ein Erdgas-Auto mit Sportfahrwerk zu kaufen, oder ein Sportfahrwerk nachträglich einbauen zu lassen.

Bild 1: Umweltfreundlich, sparsam und ….langweilig? Auch ein Gasfahrzeug lässt sich sportlich umrüsten.



Die klassische Ausstattung: Gewindefahrwerk und Luftfahrwerk

Die meisten Fahrzeuge sind mit einem Gewindefahrwerk ausgestattet. Ein Gewindefahrwerk zeichnet sich dadurch aus, dass sich der Abstand zwischen Karosserie und Fahrbahn mittels Gewinde individuell regulieren lässt. Der Fahrzeugaufbau ist stufenlos arretierbar. Luftfahrwerke, auch pneumatische Luftfahrwerke oder Airride genannt, werden nur von ganz speziellen Herstellern für bestimmte Fahrzeugtypen verwendet. Luftfahrwerke ermöglichen ebenfalls eine stufenlose Regulierung der Höhe. Anstelle der Stahlfeder wie beim Gewindefahrwerk kommt ein Luftbalg zum Einsatz. Luftfahrwerke sind technisch komplexe Fahrzeugkomponenten und deshalb sind sie auch recht teuer. Zur Serienausstattung gehören sie deshalb nur in den allerseltensten Fällen.


Sportfahrwerke für Kraftfahrzeuge

Ein Sportfahrwerk ist ein speziell gefedertes Fahrwerk. Der Unterschied liegt vor allem in den Stoßdämpfern und den Federn. Das auffälligste Merkmal eines Sportfahrwerks ist, dass der Schwerpunkt des Autos tiefer gelegt ist. Die Verlagerung zu einem tieferen Fahrzeug-Schwerpunkt sorgt für ein verändertes Fahrverhalten. Das macht sich insbesondere in der Kurvenlage bemerkbar. Ein Fahrzeug mit gut eingestelltem Sportfahrwerk klebt geradezu auf dem Asphalt – Fahrvergnügen inklusive.


Spezielle Stoßdämpfer für ideales Fahrverhalten

Stoßdämpfer in einem Sportfahrwerk haben in der Regel kurze Dämpfwege. Gleichzeitig ist das Material härter und die Federn als solche insgesamt kürzer im Vergleich zu einem serienmäßigen Gewindefahrwerk. Damit ein nachgerüstetes Gasfahrzeug mit dem nachträglich eingebauten Sportfahrwerk harmoniert, ist es von besonderer Bedeutung, dass die gewählten Stoßdämpfer und die Federn zueinanderpassen. Andernfalls würde es zu starken Beschädigungen im Fahrwerk kommen. Während der Fahrt kann es zu unkontrollierbaren Situationen kommen, die einen Unfall unvermeidlich machen. Da Sportfedern kurz und hart sind, besteht grundsätzlich die Gefahr, dass das Auto auf die Straße aufschlägt. Aus diesem Grund liefern Hersteller Sportfedern aus dickem Federdraht.

Die Stoßdämpfer regulieren die Unruhe des Fahrwerks in bestimmten Fahrsituationen. Zur Auswahl stehen Stoßdämpfer mit vor Konfektionierung Einstellung oder Stoßdämpfer, die individuell reguliert werden können.


Sicherheit und gute Straßenlage

Ein Fahrzeug mit einem Sportfahrwerk hat zwei charakteristische Merkmale.

  • bessere Straßenlage: Dieser Vorteil macht sich insbesondere bei Fahrten über kurvige Straßen und hohen Geschwindigkeiten bemerkbar. Der Fahrer kann in die Kurve fahren. Die kurzen Federwerke und die hart abgestimmten Stoßdämpfer sorgen für eine gute Bodenhaftung. Die Fliehkräfte ziehen das Fahrzeug nicht so tief hinunter, wie bei anderen handelsüblichen Stoßdämpfern. Dadurch wird die höhere Geschwindigkeit in Kurvenlagen erst möglich.
  • Tieferlegung des Fahrzeugs: Ein Sportfahrwerk hat in aller Regel zur Konsequenz, dass das Fahrzeug tiefer gelegt wird. Fahrzeuginsassen spüren die harte Abstimmung bei Bodenwellen und Schlaglöchern besonders deutlich, denn die Abfederung ist kurz und heftig. Wer also ein Sportfahrwerk einbaut, muss mit einem verminderten Komfort rechnen.


Wer sein Fahrzeug nachrüsten lässt, sollte aus Sicherheitsgründen einen erfahrenen Umrüster beauftragen.


Eintragungspflicht von Sportfahrwerken

Sportfahrwerke erfreuen sich in der Tuningszene großer Beliebtheit. Wenn ein Fahrzeug mit einem Sportfahrwerk nachgerüstet wird, muss es fast immer in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Wer allerdings ein Fahrwerk mit allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) einsetzt, ist von dieser Verpflichtung befreit. Dann muss diese ABE permanent zusammen mit den Fahrzeugpapieren im Fahrzeug mitgeführt werden.


Sportfahrwerke 2.0 – innovative Weiterentwicklung

Nicht immer ist das Fahren mit einem Sportfahrwerk wünschenswert. Auf langen Autofahrten oder auf besonders schlaglochreichen Strecken wäre eine weichere Abstimmung manchmal angenehmer. Da sich die Mobilität der Menschen permanent weiterentwickelt und ihre Anforderungen an ein Fahrzeug hoch sind, haben sich Hersteller flexible Lösungen ausgedacht. Volkswagen zum Beispiel bietet eine adaptive Fahrwerksregelung an. Die adaptive Fahrwerksregelung DCC (Dynamic Chassis Control) bietet den Vorteil, zwischen verschiedenen Fahrwerkseigenschaften hin und her zu schalten. Der Fahrzeugführer hat die Wahl zwischen einem normalen, einem komfortablen und einem sportlichen Fahrwerk. Per Knopfdruck sorgt er dafür, dass sich die elektrisch verstellbare Dämpfung situationsgerecht verändert. Gleichzeitig passt sich auch die elektromechanische Servolenkung des Fahrzeugs an. Auf diese Weise gelingt es, die Fahreigenschaften an den Untergrund und die individuellen Anforderungen des Fahrers anzupassen. Sogar eine vollautomatische Regulierung der Fahrwerksabstimmung ist mit dem DCC möglich.