ADAC-Berechnung offenbart Differenzen

sup. - Gas oder Benzin? Mit einem kleinen Schalter am Armaturenbrett entscheiden die Fahrer so genannter bivalenter Autos, welche Kraftstoffart gerade zum Einsatz kommt. Und da sowohl Autogas als auch Erdgas aufgrund einer steuerlichen Vergünstigung wesentlich preiswerter als Benzin sind, bleibt der Schalter angesichts der heutigen Spritpreise meistens auf der Gas-Position. Das sollte auch so sein, wie der ADAC auf Basis seines aktuellen Kostenchecks jetzt vorgerechnet hat. Denn nur beim möglichst häufigen Gasbetrieb amortisiert sich bei vielen Fahrzeug-Typen die Ausrüstung mit Zusatztank und erweiterter Motoren-Technik in angemessener Zeit. „Die Kilometergrenze erhöht sich“, so der Automobil-Club, „wenn die Autos mangels Tankstellen zwischendurch mit Benzin gefahren werden.“

Die Wirtschaftlichkeit eines Gasantriebs hängt also nicht zuletzt davon ab, dass bei Bedarf stets rechtzeitig die nächste Gas-Tankstelle angesteuert werden kann. Die Netzdichte der Stationen und die Reichweite der Fahrzeuge sind also wichtige Kriterien, wenn es um den optimalen Alternativ-Kraftstoff geht. Wer auf Autogas – also Flüssiggas als Kraftstoff – setzt, hat hier die deutlich besseren Karten: Die Reichweite einer Tankfüllung im reinen Gasbetrieb beträgt nach dem ADAC-Check bei Autogas 638,8 Kilometer, Erdgasfahrer kommen dagegen nur 281,2 Kilometer weit. Dies sind die Durchschnittswerte für 50 gängige Fahrzeugmodelle, die Basis des ADAC-Vergleichs waren.

Der Grund für die Reichweiten-Differenz liegt im unterschiedlichen Betriebsdruck der Gasarten. Weil Autogas unter wesentlich geringerem Druck als Erdgas gespeichert werden kann, ist der Tank leichter und lässt sich in Form und Volumen viel flexibler dem Fahrzeug anpassen. Die praktischen Konsequenzen: mehr Inhalt, mehr Reichweite, keine Zitterpartien auf der Autobahn und kein Anlass zum Umschalten. Hinzu kommt, dass bei der bundesweiten Zahl öffentlich zugänglicher Autogas-Tankstellen längst die Tausender-Grenze überschritten wurde. Eine Zahl, von der die Erdgas-Infrastruktur noch weit entfernt ist.


Quelle: Supress / ADAC

Grafik: Supress