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E 10 Verträglichkeit bei umgerüsteten Fahrzeugen

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25 Mär 2011 10:08 #11 von klappstuhl
tach auch,
200,- € für ne einspritzdüse????
oder meinst du den injektor für einen direkteinspritzer?

Z22...irgendwas!!??

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  • Christian
03 Apr 2011 19:22 #12 von Christian
Hallo,
ich stand ebenfalls vor dieser Frage und Habe bei meinem Hersteller angefragt. Ich fahre einen VW und die Leute aus Wolfsburg haben mir e schriftlich mitgeteilt, dass mein Fahrzeug solange es mit originalen Teilen verbautist oder sich im ursprünglichem Zustand befindet, tauglich für E10 ist. Da ich eine Gasnlage von Vialle habe ging dann auch da meine Anfrage hin. Dort riet man mir vorerst davon ab, weil man noch nicht genau weiss wie die Auswirkungen sind. Die haben von ihren Liferanten ebenfalls noch keine Details darüber.

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07 Jul 2011 13:17 #13 von gezortl
Huhu,..

Das ist mein erster Post in dem Forum!

Zu der E10 Frage kann ich vielleicht auch keine klare Antwort geben, aber eine Meinung die sich in kurzer Zeit aus diversen Fakten gebildet hat.

Zuerst einmal die Kurzinfo,..
Ich bin Angestellter an einer Tankstelle!

Die E10 Diskussion haben wir sicher alle mehr oder weniger verfolgt.

Die Argumente der Verantwortlichen (welche übrigens im Plenarsaal des Europarates zu finden sind, und nicht wie viele vielleicht annehmen in den Großraumbüros der Mineralölkonzerne) sind unter Anderem:
- weniger Verbrauch
- bessere Umweltverträglichkeit
und anderer geistiger Durchfall...

Die Wahrheit sieht so aus.
Automobilhersteller geben Listen heraus auf denen Fahrzeuge verzeichnet sind, die E10 vertragen oder nicht.
Bei der Aussage "Fahrzeug xy verträgt den E10 Kraftstoff" werden aber keinerlei Sicherheitsangaben gemacht und die Hersteller treffen auch keine Aussagen wie, "Wir garantieren, dass Fahrzeug xy keine Schädigung durch die Nutzung von E10 erleidet!"

Wie sollten sie auch, kann es doch keine Langzeittests für absolut jeden Fahrzeugtyp geben! (Mit einer solchen Aufgabe hätte man nämlich die halbe Weltbevölkerung über diverse Jahre in Arbeit bringen können)
Also wurden wohl, wenn überhaupt Prüfungen stattfanden, Werk- und Verbundstoffe welche in den Kraftstoff führenden Anlagen diverser Fahrzeugtypen verwendet wurden -vielleicht- einige Zeit der Einwirkung von Kraftstoff mit 10% Bio-Ethanol (E10) ausgesetzt und dann wurden diese auf Korrosion oder andere Mangel- bzw. Verschleißerscheinungen untersucht und mögliche Auswirkungen auf den alltäglichen Betrieb eines Durchschnittsfahrzeuges hochgerechnet.
Und "zackbumm" hat man eine Liste mit "x darf, y nicht"
Und dabei ist "x darf" nur eine wage Aussage ohne Sicherheiten.

Hinzu kommt meine Erfahrung, dass viele Kunden die an anderen Tankstellen (unsere führt es nicht) E10 häufiger getankt hatten, auch über einen höheren Verbrauch klagten.
Das geht nicht einher mit dem Argument der E10-Verantwortlichen.
Nimmt man nun noch hinzu, dass zur Gewinnung des Bio-Ethanols mehr und mehr Agrarflächen anders genutzt werden als zur Gewinnung von Lebensmitteln, kann man die weitreichenden Auswirkungen schon erkennen. Lebensmittel werden weniger im eigenen oder einem anderen EU-Land produziert und es wird entsprechender Ersatz importiert und die Lebensmittelpreise steigen. (Den Hunger in einigen Regionen der Welt werde ich dabei jetzt mal nicht weiter auslegen)

Man hat vielleicht auch gehört, dass der ADAC die Mineralökonzerne in Deutschland verklagt hat, da diese durch Ihre unzureichende Kommunikationspolitik den Umstieg auf E10 erschwert hätten und die Kunden schlecht Informiert bzw. sogar falsch beraten und damit verwirrt hätten.
FALSCH... Denn in der Erklärungs- bzw. Beratungspflicht wären die Verantwortlichen für die E10-Einführung gewesen. Also die Umweltminister und andere Po(pe)litiker die nicht anderes zu tun haben als den Hohlraum in ihrem Kopf mit Luft aus dem Europaparlament zu füllen.
Eine Anschuldigung des ADAC war die, dass die Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber die Verwirrung der Kunden genutzt hätten bzw nutzen wollten um die teureren Kraftstoffe mit höheren Oktanzahlen "unters Volk zu bringen".
Dabei kann ich nur für mich und einige meiner Kollegen sprechen.
Wenn mich ein Kunde fragte (und es fragten viele... Das macht man nämlich so, wenn man keine Ahnung hat oder verunsichert ist) dann habe ich natürlich zum einen die Liste die wird von den Automobilherstellern erhalten hatten zur Hand genommen und habe die darin enthaltene Aussage zu seinem Fahrzeug herausgesucht und ihm mitgeteilt.
Des weiteren informierte ich darüber wie sich die Preise mit der Einführung von E10 gestalten werden.
Dazu diese kurze Liste:
- "normal" Benzin - Gibt es bei uns nicht, keine Aussage.
- Super 95 E10 (das Neue) - wird im Preis dort liegen wo sich bisher das Super 95 befand.
- Super 95 E5 (das Alte) - wird weiter zur Verfügung stehen, aber im Preis um ca. 5 bis 6 Cent angehoben und ist damit fast Preisgleich mit Super 98 (auch Super Plus genannt)
- Super 98 (Plus) - Keine preisliche Veränderung
- Sonderkraftstoffe: Aral Ultimate, Shell V-Power etc. ebenfalls preislich unverändert.

Dazu erklärte ich dem Kunden, dass wenn er sich nicht sicher sei, ob er E10 tanken könnte oder wolle (es gibt ja wie schon erklärt auch Gründe die rein auf Prinzipien beruhen, E10 nicht zu tanken) dann stünde das "alte Super" auch noch zur Verfügung, aber es würde dann, mehr Sinn machen, gleich Super Plus zu tanken denn davon habe man, wenn auch nur minimal, mehr. (Das mehr ist immer auf Fahrzeug und Fahrweise unterschiedlich auszulegen. Es gibt bei unterschiedlicher Nutzung unterschiedliche minimal erkennbare Mehrausbeuten an Leistung, Reichweite oder sogar Laufruhe bzw Lebensdauer der Motoren bei Kraftstoffen mit höheren Oktanzahlen.
Und wenn man eh schon 6 Cent (0,06€) mehr ausgeben muss für seinen Kraftstoff, weil man E10 nicht kann oder will, dann kann man auch gleich die 3 Oktan mehr mitnehmen.
Dazu kommt noch der Fakt, dass dem Super 95 nach der Norm DIN EN228 5% Bio-Ethanol beigesetzt sind.
Bei Super Plus sind es "bis zu" 5%, was bedeuten kann, dass man je nach Herkunftsraffinerie vielleicht weniger als die 5% von dem "ätzenden Zeug" im Tank hat.


Und um nun langsam mal zum Ende und einer Abschließenden Aussage zu dem Thread zu kommen,..
Meine Meinung:
Wenn ich Geld spare bei einem derzeitigen Preisunterschied von fast 50%;...
Ich wohne in Hamburg.
Derzeitige Durchschnittspreise hier:
Super 95 (an Tankstellen ohne E10) 1,48x bis 1,61x (Beobachtung der vergangenen Monate)
Autogas LPG 0,76x bis 0,82x
... Dann kann ich auch meinem Wagen den Wohlstand gönnen und für 6 Cent mehr Super Plus tanken.

Und noch ein Hinweis.
Ich war vor kurzem in Franken (Nürnberg / Eckenthal und so) Da gab es viele E10 Tankstellen im Gegensatz zu hier. Und dann war ich in Köln und Umgebung. Dort durfte ich ebenso viele E10 Tankstellen beobachten wie weiter südlich, aber diese hatten dort wo E10 drin sein sollte teilweise leere Tanks, da die dortigen Raffinerien nicht lieferten. Weil diese wieder auf Super 95 normal umgestellt hatten, da E10 zu wenige Abnehmer fand.
Also einfach boykottieren das Zeug.

Und um böse Zungen etwas zu besänftigen.
Ja, Wenn E10 kommt, und die Tanken das alte Super 95 für 6 Cent mehr verkaufen hat selbst das einen Grund.
Es ist dann nicht mehr der "Standard" denn dies wäre dann ja E10. Und für extra Chargen müssen Anlagen umgestellt werden und Mehraufwand betrieben werden.
Nicht schön,.. Aber das ist halt so!

Noch ein paar nützliche Nebeninformationen:

Info zu Oktanzahlen:
de.wikipedia.org/wiki/Oktanzahl

Kraftstoffbezeichnungen in anderen Ländern Europas:
www.wohlert.info/download/Kraftstoffsorten_Europa.pdf

Allgemeine Kurzinfos zu Kraftstoffsorten:
www.rp-online.de/auto/ratgeber/Was-die-K...euten_bid_31154.html


So, nun habe ich aber genug gebrabbelt,..

Liebe Grüße,
Gezortl

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  • rico
08 Jul 2011 06:34 #14 von rico
Erst einmal Danke für deine Ausführungen!
Möchte nur kurz zu diesem Punkt noch etwas hinzufügen:

gezortl schrieb:

Hinzu kommt meine Erfahrung, dass viele Kunden die an anderen Tankstellen (unsere führt es nicht) E10 häufiger getankt hatten, auch über einen höheren Verbrauch klagten.


Der Energiegehalt von Ethanol liegt nur etwa bei 2/3 von den üblichen Superkraftstoffen. Dieser Umstand macht sich natürlich auch bei "nur" 10% Ethanolanteil gut bemerkbar.

Grüße, rico

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